Maria von Linden

1869–1936

Maria von Linden

Zoologin/ Parasitologin

Sie war eine wissenschaftliche Pionierin, die sich traditionellen Geschlechterrollen widersetzte.

Durch die Biografie von Maria von Linden zieht sich, dass sie „die Erste“ war. Die erste Schülerin mit Abitur an einem Jungengymnasium, die erste Studentin und Doktorandin an der Universität Tübingen sowie später die erste Titularprofessorin der Universität Bonn. Trotz ihrer privilegierten Herkunft – sie wurde in eine Adelsfamilie geboren und trug den Titel einer Gräfin – musste sich Maria von Linden den Zugang zu Bildung und einer wissenschaftlichen Laufbahn hart erkämpfen.

Biographisches

‍Nach erfolgreich abgeschlossenem Studium und Promotion in Tübingen und einem Aufenthalt an der Universität Halle, übernahm Maria von Linden die Leitung der Parasitologischen Abteilung an der Universität Bonn. Ihr Habilitationsgesuch wurde in dieser Zeit abgelehnt.[1] Auch wenn ihr im Jahr 1910 der Titel „Professor“ verliehen wurde, blieb ihr der Zugang zur Lehre – die venia legendi – verwehrt.[2] Maria von Linden war insgesamt 34 Jahre wissenschaftlich an der Universität Bonn tätig. In dieser Zeit entwickelte sie die Parasitologische Abteilung zu einer eigenständigen Institution.

Allerdings wurde ihre Position nicht dementsprechend honoriert, sie erhielt keine festen Mittel für ihre Forschung und ihr wurde der Anspruch auf den Beamtenstatus verwehrt. Im Jahr 1933 wurde sie aufgrund des „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ zwangspensioniert. Bereits 1923 hatte Maria von Linden vor der Gefahr des Nationalsozialismus gewarnt.[3] Nach ihrer Zwangspensionierung emigrierte sie nach Liechtenstein. Maria von Linden war eine Vorreiterin in der Wissenschaft, stieß dabei aber immer wieder an die Grenzen einer patriarchalen Gesellschaft. Gegen patriarchale Strukturen und gesellschaftliche Geschlechterstereotypen lehnte sich Maria von Linden auch im Privaten auf. Sie trug bevorzugt „männlich konnotierte“ Kleidung und brach immer wieder mit den Vorstellungen von „traditioneller Weiblichkeit“.[4]

Text übernommen aus Gesine Born: „Versäumte Bilder – Wissenschaftlerinnen und Pionierinnen sichtbar machen“. Begleitheft zur Ausstellung, BMFTR 2025, S. 26–27.

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Entstehungsprozess

Das Porträt wurde im Auftrag der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn generiert und gestaltet.

Dabei stellte insbesondere das androgyne Erscheinungsbild Maria von Lindens Gesine Born vor eine besondere Herausforderung: Die generative Bild-KI hat die Tendenz, Geschlechterstereotype zu verstärken. Maria von Linden lehnte sich zeitlebens gegen konventionelle Rollenzuschreibungen und Geschlechterstereotype auf. Um diesem Umstand visuell gerecht zu werden, musste Born nach eigener Auskunft wiederholt gegen den Gender-Bias der KI “anprompten”.

Das versäumte Bild zeigt Maria von Linden bei der akademischen Lehre, die ihr ein Leben lang verwehrt geblieben ist.

Bildvorlage des KI-generierten Porträts. Foto: Urheber*in unbek., 1910, Universitätsarchiv Tübingen S 91/3,390.
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Elvira Fölzer

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Mathilde Vaerting