1868–1937

Elvira Fölzer

Archäologin

Sie war eine der ersten Archäologinnen Deutschlands – doch nach Jahren als wissenschaftliche Hilfskraft verliert sich ihre eigene Spur in der Geschichte.

Elvira Fölzer (1868-1937) war die erste Doktorin im Fach Klassische Archäologie in Deutschland. Ihre Forschung zu römischer Keramik gilt bis heute als Standardwerk. Zu Lebzeiten aber konnte sie in der Wissenschaft keinen Fuß fassen. Nach jahrelanger Tätigkeit als wissenschaftliche Hilfskraft am Provinzialmuseum in Trier verlor sie ihre Anstellung und arbeitete vermutlich als Lehrerin. Über ihren weiteren Lebensweg ist wenig bekannt.

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Elvira Fölzer war Archäologin und wurde 1906 als erste Frau an der Philosophischen‍ Fakultät der Universität Bonn promoviert. Durch das Erbe ihres Vaters, eines‍ ‍wohlhabenden Hamburger Kaufmanns, erlangte sie finanzielle Unabhängigkeit,‍ die ihr das Studium ermöglichte.[1] Ihr Studium in Leipzig, Freiburg und Bonn‍ absolvierte sie im Status einer Gasthörerin.

1902 promovierte sie bei Professor Georg Loeschcke, einem Förderer des Frauenstudiums[2] an der Universität Bonn mit der Abhandlung „Die Hydria, ein Beitrag zur griechischen Vasenkunde“. Elvira Fölzer zählt zu den ersten akademisch‍ ausgebildeten Frauen in der Altertumsforschung: Sie war die erste Frau, die das Fach Klassische Archäologie erfolgreich abschloss, und die erste provinzialrömische Archäologin in Deutschland.[3]‍ Obwohl ihre bemerkenswerte Forschung zu römischer Keramik Pioniercharakter hatte, konnte sie nie eine gesicherte berufliche Position erreichen. Als feste Stellen‍ ‍zu besetzen waren, wurden diese immer mit Männern besetzt. Im Sommer 1907 wurde sie wissenschaftliche Hilfsarbeiterin am Provenzialmuseum in Trier, ohne das Recht auf eine Festanstellung.[4] Dort bearbeitete sie keramische Funde aus Kanalisationsgrabungen und spezialisierte sich auf römische Keramik. ‍

1917 schied sie aus dem Trierer Museum aus, und ihre Spuren verlieren sich. Es wird vermutet, dass sie als private Sprach- und Kunstlehrerin arbeitete.[5] Erwähnenswert‍ ist auch, dass sie das zweite weibliche Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts war, von dem sie 1938 (sic – ein Jahr nach ihrem Tod, der anscheinend unbemerkt blieb) als Jüdin ausgeschlossen wurde.

‍Das versäumte Bild zeigt Elvira Fölzer bei einer Ausgrabung – in einer Lebensphase, in der sie eigentlich keinen Zugang mehr zur Wissenschaft hatte.

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‍Text übernommen aus Gesine Born: „Versäumte Bilder – Wissenschaftlerinnen und Pionierinnen sichtbar machen“. Begleitheft zur Ausstellung, BMFTR 2025, S. 12–13.

Biographisches

Entstehungsprozess

Das KI-Porträt von Elvira Fölzer entstand im Auftrag der Universität Bonn und wurde erstmals im Rahmen der Ausstellung „Her mit den Portr[AI]ts!“ präsentiert. Für die Ausstellung, die vom 10. April bis 25. Mai 2025 im Universitätsmuseum Bonn zu sehen war, wurden historische Porträts von Wissenschaftlerinnen mithilfe von KI neu interpretiert und in Situationen versetzt, die so nicht fotografisch überliefert sind. Elvira Fölzer wird auf dem KI-generierten Bild bei einer archäologischen Ausgrabung gezeigt – in einer Lebensphase, in der sie keinen Zugang mehr zur wissenschaftlichen Arbeit hatte. Das Motiv wurde ebenfalls in der Ausstellung „Versäumte Bilder“ im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt in Berlin und Bonn gezeigt.

Screenshot aus dem Making Of - Video zur Entstehung der Bilder für die Ausstellung “Her mit den Portr[AI]ts”. KI- Generierung und Gestaltung: Gesine Born, KI-Bildprogramm: Midjourney.

Wussten Sie schon…?

Lange Zeit wurden Frauen aus der Fachgeschichte der Archäologie weitestgehend ausgeklammert. Entsprechend sind Archäologinnen, insbesondere diejenigen aus früheren Zeiten, in der öffentlichen Wahrnehmung kaum präsent. Das Projekt „Akteurinnen archäologischer Forschung zwischen Geistes- und Naturwissenschaften: Im Feld, im Labor, am Schreibtisch“ (AktArcha), gefördert durch die Förderrichtlinie “Innovative Frauen im Fokus” (BMFTR), hat die Biografien und die Forschungsleistungen von Frauen in allen Bereichen und auf allen Ebenen der archäologischen Arbeit seit dem späten 18. Jahrhundert erforscht.

Hier erfahren Sie mehr über das Projekt AktArcha.

Ausstellung “Her mit den Portr[AI]ts!”

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Hannah Tookoolito

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Maria von Linden