1868–1937
Leah Goldberg
Literaturwissenschaftlerin
Eine der bedeutendsten Dichterinnen und Intellektuellen Israels hat an der Universität Bonn promoviert – als erste Frau in ihrem Fach.
Leah Goldberg ist eine der prägendsten und bekanntesten Schriftstellerinnen Israels und war die erste Promovendin im Fach Semitische Philologie an der Universität Bonn.
Leah Goldberg begann ihr Studium an der Universität Kaunas in Litauen. 1930 wechselte sie zunächst nach Berlin und dann an das Orientalische Seminar der Universität Bonn, um bei dem damaligen Direktor des Seminars, Professor Paul Kahle, zu promovieren.[1] Leah Goldbergs Zeit in Bonn war kurz, als Jüdin hatte sie in Deutschland in der Zeit des Nationalsozialismus keine Zukunft. 1933 promovierte sie an der Universität Bonn und kehrte nach Litauen zurück. 1935 emigrierte Leah Goldberg nach Tel Aviv. In ihrem Roman „Briefe von einer imaginären Reise“ verarbeitete sie den Aufstieg des Nationalsozialismus und ihre eigene Vertreibung durch eben diesen.
Neben ihrer wissenschaftlichen Laufbahn beschäftigte sich Leah Goldberg seit frühester Jugend mit Poesie und Literatur. So schrieb sie bereits mit zwölf Jahren ihre ersten Gedichte. Parallel zu ihrem Studium gehörte sie Anfang der 30er Jahre einer litauischen Dichtergesellschaft an und veröffentlichte bereits einige ihrer Gedichte erfolgreich in entsprechenden Zeitschriften.[2]
Bis 1952 blieb Leah Goldberg in Tel Aviv, wo sie als Autorin, Journalistin und Herausgeberin arbeitete, und das erste und einzige weibliche Mitglied der israelischen Dichtergruppe Yachdav war.[3] 1952 zog Leah Goldberg nach Jerusalem, um an der dortigen Hebräischen Universität – einer Partneruniversität der Universität Bonn – zunächst als Dozentin zu lehren und später als Professorin die Abteilung für Vergleichende Literaturwissenschaft aufzubauen, die sie bis zu ihrem Tod 1970 leitete.[4]
Text übernommen aus Gesine Born: „Versäumte Bilder – Wissenschaftlerinnen und Pionierinnen sichtbar machen“. Begleitheft zur Ausstellung, BMFTR 2025, S. 17.
Biographisches
Entstehungsprozess
Das KI-Porträt von Leah Goldberg entstand im Auftrag der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und wurde erstmals im Rahmen der Ausstellung „Her mit den Portr[AI]ts!“präsentiert. Für die Ausstellung, die vom 10. April bis 25. Mai 2025 im Universitätsmuseum Bonn zu sehen war, wurden historische Porträts von Wissenschaftlerinnen mithilfe von KI neu interpretiert und in Situationen versetzt, die so nicht fotografisch überliefert sind.
Das „versäumte Bild” zeigt Leah Goldberg zur Zeit ihres Promotionsstudiums an der Universität Bonn.
Das Motiv wurde ebenfalls in der Ausstellung „Versäumte Bilder“ im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt in Berlin und Bonn gezeigt.
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Originalquelle des Textes: Gleichstellungsbüro der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Pines, Sarah (2017): „Mein Herz hat sich an sich selbst gewöhnt“, In: WELT, URL: welt.de/kultur/literarischewelt/article171897491/Urbane-Poesie-Leah-Goldberg-war-Israels-erste-grosse-Dichterin.html, [Abruf: 09.09.2026].
Harel, Ma’ayan (2009): Lea Goldberg, In: Jewish Women’s Archive, URL: jwa.org/encyclopedia/article/goldberg-lea, [Abruf: 09.09.2026].
Weiss, Yfaat (2007): Lea Goldberg – von Kowno nach Tel Aviv, In: Münchener Beiträge zur jüdischen Geschichte und Kultur (1), S. 9–32.
Oberhänsli-Widmer, Gabrielle (2010): Lea Goldberg, In: Orientalisches Seminar Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, URL: orient.uni-freiburg.de/judaistik/projekte_juda/durchgefuehrte-projekte/goldberg/bio.html, [Abruf: 09.09.2026].
Einzelnachweise
[1] Harel (2009).
[2] Oberhänsli-Widmer (2010).
[3] Pines (2017).
[4] Oberhänsli-Widmer (2010).