1925–2017
Erika Spiegel
Stadtsoziologin
„Wenn Sie als Frauen etwas erreichen wollen, müssen Sie 120 Prozent leisten!“
Erika Spiegel war in vielen ihrer Ämter und Auszeichnungen die erste Frau: So leitete sie etwa das Deutsche Institut für Urbanistik in Berlin, war Vizepräsidentin der Akademie für Raumentwicklung und erhielt die Cornelius-Gurlitt-Denkmünze. Spiegel prägte die moderne Stadtsoziologie in Deutschland entscheidend mit und engagierte sich im Dialog mit der politischen Praxis.
Biographisches
Erika Spiegel war eine deutsche Sozialforscherin und Stadtsoziologin. Sie studierte an der Universität Heidelberg Soziologie, Nationalökonomie, Neuere Geschichte und Öffentliches Recht und wurde 1956 dort promoviert.
Als Sozialwissenschaftlerin arbeitete sie unter anderem am Frankfurter Institut für Sozialforschung und an der Universität Basel, lehrte als Professorin für Soziologische Grundlagen der Raumplanung an der neu gegründeten Universität Dortmund sowie als Professorin für Sozialwissenschaftliche Grundlagen des Städtebaus an der TU Hamburg-Harburg und leitete – bis heute als einzige Frau – das Deutsche Institut für Urbanistik (DIFU) Berlin. „Sie war nicht plakativ Frauenrechtlerin, sensibilisierte ihre Studierenden aber durchaus für den differenzierenden Blick auf Frauen und Männer in Gesellschaft und Raum, der später in feministischen Ansätzen präzisiert und erkämpft wurde“, erinnert sich eine ihrer Studentinnen. Prägend und dazu passend sei eine Bemerkung in ihrer Vorlesung gewesen: „Wenn Sie als Frauen etwas erreichen wollen, müssen Sie 120 Prozent leisten!“
1991/1992 war sie Vize-Präsidentin der Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft (ARL). 1993 erhielt sie den ersten Schader-Preis für ihre herausragende Rolle im Dialog zwischen Gesellschaftswissenschaften und politisch-planerische Praxis, die ihr in ihren Tätigkeiten sehr wichtig war. In die Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) wurde sie als erstes weibliches Mitglied aufgenommen, dort war sie seit 1972 zweimal Präsidiumsmitglied.
1997 erhielt sie als erste Frau die von der Akademie vergebene Cornelius-Gurlitt-Denkmünze. Sie erhielt 2010 die Ehrendoktorwürde an der TU Dortmund.
Text übernommen aus Gesine Born: „Versäumte Bilder – Wissenschaftlerinnen und Pionierinnen sichtbar machen“. Begleitheft zur Ausstellung, BMFTR 2025, S. 38–39, und redaktionell bearbeitet.
Das KI-Porträt von Erika Spiegel entstand im Auftrag der Schader-Stiftung in Darmstadt. Es wurde in Zusammenarbeit mit Professorin Dr.-Ing. Ursula Stein erarbeitet, Spiegels Nichte und ehemalige Studentin.
Entstehungsprozess
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Originalquelle des Textes: Schader-Stiftung
Schader-Stiftung (o. J.): „Erika Spiegel“. In: Schader-Stiftung. Online verfügbar unter: https://www.schader-stiftung.de/personen/artikel/erika-spiegel (abgerufen am 9. September 2026).