1875–1962
Cécile Vogt
Hirnforscherin
Sie wurde 13-mal für den Nobelpreis nominiert – und geriet doch fast in Vergessenheit.
Cécile Vogt erforschte das menschliche Gehirn und wurde 13-mal für den Nobelpreis nominiert - doch ausgezeichnet wurde sie nie. Gemeinsam mit ihrem Mann Oskar Vogt prägte die französische Medizinerin die moderne Hirnforschung. Ihre umfangreichen Untersuchungen zur Anatomie und Struktur des Gehirns und ihre jahrzehntelange Forschungsarbeit gerieten jedoch lange hinter der gemeinsamen Karriere des Ehepaars aus dem Blick. Erst allmählich wird Cécile Vogt als eigenständige Wissenschaftlerin wiederentdeckt.
Die französische Hirnforscherin und Medizinerin Cécile Vogt führte umfangreiche Studien zur Hirnanatomie durch. Im Jahr 1900 promovierte sie in Medizin an der Universität Paris – zu einer Zeit, in der nur fünf Prozent der Absolvierenden Frauen waren.
Ab 1902 arbeitete sie unentgeltlich im Neurobiologischen Laboratorium, das ihr Ehemann Oskar an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin gegründet hatte. Eine universitäre Karriere wäre ihr ohne die berufliche Position ihres Mannes vermutlich verwehrt geblieben.
Ihre ärztliche Zulassung in Berlin erhielt sie erst im Jahr 1920. Gemeinsam mit ihrem Mann gründete sie das Kaiser-Wilhelm-Institut für Hirnforschung in Berlin und arbeitete dort 60 Jahre lang mit ihm zusammen. Im Jahr 1932 wurde sie Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina.
Aufgrund zunehmender Repressionen durch das NS-Regime musste das Paar 1937 Berlin verlassen und gründete im Schwarzwald ein privates Forschungsinstitut. Durch ihre umfangreiche Sammlung menschlicher Hirnschnitte legte das Paar einen wichtigen Grundstein für die moderne Hirnforschung, sie gilt als eine der größten weltweit und befindet sich heute an der Universität Düsseldorf.
Cécile Vogt wurde 13-mal für den Nobelpreis nominiert, bekam ihn jedoch nie zugesprochen. Nach ihrem Tod wurde Cécile Vogt eher als Teil des Forscherehepaars Vogt angesehen, anstatt als eigenständige Persönlichkeit wahrgenommen.
Text übernommen aus Gesine Born: „Versäumte Bilder – Wissenschaftlerinnen und Pionierinnen sichtbar machen“. Begleitheft zur Ausstellung, BMFTR 2025, S. 43.
Biographisches
Entstehungsprozess
Das KI-Porträt wurde von Gesine Born im Rahmen eines Fellowships des Kiel Science Communication Network erstellt. Erstmals präsentiert wurde es in der Ausstellung “Versäumte Bilder - Frauen in der Wissenschaft sichtbar machen” im Schader Forum. Heute befindet sich das Bild im Hörsaal des Max Planck Instituts für Hirnforschung in Frankfurt.
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Originalquelle des Textes: Schader-Stiftung